Tag Archive | Verantwortung

Grundsätzlich – Vegetarisch polarisiert

Reicht ein Veggitag oder müssen wir noch viel weiter gehen um in unserer Gesellschaft etwas zu ändern.
Die Grünen haben uns wieder einmal angestoßen, der Bürger diskutiert. Natürlich möchte sich niemand vorschreiben lassen was er wann, wo, wie Essen soll. Seien wir einmal ehrlich zu uns selbst, dann erleben wir täglich eine nicht verebbende Diskussion über zu wenig, zu schlechtes, zu fettes, zu süßes, zu viel, zu ungesund, zu unausgewogenes Essen. Die Einen möchten abnehmen, die Anderen gesund werden oder bleiben, die Welt retten, Nachhaltig sein, Regionalpolitik vertreten, aber allen ist doch eins gemeinsam sie möchten gute und gesunde Lebensmittel zu sich nehmen.
Die Frage die sich stellt, kann man dies ohne eine allgemein gültige Regelung erreichen? Kennt man die Menschen, dann ist die spontane Antwort nein. Wie soll man also auf freiwilliger Basis eine Reform der Nahrungsaufnahme erreichen, bei der ein Ergebnis für alle Beteiligten entsprechend ihrer verschiedensten Wünsche erreicht wird.
Je einfacher ein System desto besser seine Ergebnisse. Kann das die Lösung sein?

Staatlich vorgeschriebener vegetarischer Tag.
Staatlich vorgeschriebener Fastentag, Geschäfte geschlossen.
Staatlich vorgeschriebener Frucht-tag, saisonal abgestimmt, regionales Obst.

Die Produktion für unsere Nahrung könnte dann dementsprechend umgestellt werden. Da in diesem Fall an 3 Tagen kein Fleischkonsum möglich wäre, ist eine humanere Viehmast möglich. Mastbetriebe in der jetzigen Form gehören der Vergangenheit an, ein essen von Fleisch würde uns kein schlechtes Gewissen bereiten.

Abschaffung von Normgrößen bei Gemüsen und Früchten. Obstbäume statt Platanen, frei zugänglich für die Bürger. Sicherstellung einer großen Artenvielfalt. Einbinden der Bürger in Pflege und Ernte. Andererseits kommt das in diesem speziellen Fall, bei Abgabe ohne monetären Gedanken gar nicht zum tragen.

Das Soziale zusammenleben stellt sich einer neuen Herausforderung.

Wenn die Gesundheit um eine Prozentsatz x ansteigt, ergo Gesundheitskosten eingespart und Steuern gesenkt werden können.

Ein Preis für Lebensmittel bezahlt wird den sie auch wirklich wert sind.

Energieersparnis in nicht unbeträchtlichem Umfang

Wenn sich anfänglich Kommunen als Pilotprojekt zur Verfügung stellen, um zu veranschaulichen, dass dies möglich ist.

Lassen wir eine solche Gemeinschaft ohne viel Bürokratismus (gründen) entstehen.

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Die Geschichte von Heimdall & Mimirhof 1/1

Wie ein Wunder erscheint uns dieser kleine Ort Heimdall am Rande eines großen deutschen Industrie-gebiets, das mit seinen doch 256 Einwohnern eine Form des Zusammenlebens gefunden hat, bei der man zurecht behaupten kann, hier wurde alles richtig gemacht. Bei näherem Hinschauen erscheint es geradezu utopisch.
Nicht anders ergeht es uns im Mimirhof, einem ehemaligen Industriebau mitten in der Stadt, aufwendig begrünt, nach modernsten Umwelt-anforderungen ausgebaut. Heimstätte von immerhin 587 Menschen. Zusammen macht das genau 843 Einwohner und ist ein gewaltiges Projekt, wenn man bedenkt, dass es reine Selbstverwaltung ist, Selbstkontrolle der sich gegebenen Versprechen. Jeder Erwachsene bezahlte eine Summe von 50.000,00 € ein, erhält dafür eine Wohnung/Wohnrecht bis zum Tod inkl. Betreuung im Alter.
Für die Wohnungen zahlt man monatlich 2,50 € pro Quadratmeter an Strom, Wasser, Heizung und 150,00 € pro Person an Sozialkosten. Macht bei einem vier Personenhaushalt 850 € inkl. Kinder-betreuung. Alle
selbst hergestellten Lebensmittel außer tierischen Produkten, verschiedene Sirups, Apfelsaft und Most sind darin enthalten. In Heimdall gibt es 20 feste Mitarbeiter, die in der Produktion, im Hofladen und Verkauf arbeiten. Ein Team von fünf Mitarbeitern, die für die Instandhaltung zuständig sind. Drei Altenpfleger, ein Physiotherapeut sowie ein Landarzt mit seiner Praxis. Im Mimirhof eine Metzgerei, eine Bäckerei und einen Gemüsehandel mit je zwei Mitarbeitern und wieder fünf Mitarbeiter für die Instandhaltung, wobei eine kleine Autowerkstatt angeschlossen ist. Drei Altenpfleger für die Betreuung der Mitbewohner. Im Mimirhof sind noch zusätzlich 1.500 Quadratmeter Gewerbefläche vermietet.

Hinterm Gut Richtung Osten

Hinterm Gut Richtung Osten

Mein und bald auch euer, Apfelstrudel

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Das ganze mein Apfelstrudel zu nennen ist doch etwas vermessen, unser Familienrezept Apfelstrudel kommt der Sache dann auch gleich näher. Von einer Generation zur anderen, weitergegeben, wahrscheinlich bis zur Erfindung des Blätterteigs.

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Wir machen den Apfelstrudel mit Blätterteig, sehr Barock, obwohl ich schon an der Verschlankung gearbeitet habe. Blätterteig kann man kaufen, möchte niemanden zumuten sich hinzustellen und einen Blätterteig zu machen. Ab jetzt spreche ich nur noch vom Teig, sonst drehe ich durch.

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Apfel schälen, entkernen und dann in feine Blättchen schneiden, Haselnüsse mit einer Flasche einfach zerquetschen, Vanillestange halbieren Mark dazu, ein Händchen Rosinen, ein Eigelb, Vorsicht jetzt kommt der Schlankmacher  – anstatt Creme fraiche einfach einen halben Becher mit Naturjoghurt, Zucker etwa 2 Esslöffel und alles vermischen.

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Teig ausrollen, das Apfelgemisch mittig auftragen und dann einmal rollen, die enden mit einer Gaben quetschen, dann kann nichts herauslaufen, in das tiefe Backblech legen. In das Selbige geben wir nun mindestens 200g Butter, 200g Zucker und 400ml Sahne. Bei 180 Grad in den vorgeheizten Backofen. Nach ca. 10 Minuten bildet sich auf der Sahne kleine bräunliche Blasen, diese mit einem Löffel verrühren und den Apfelstrudel damit übergießen. Wiederholen bis der Apfelstrudel goldbraun ist und sich im Blech wunderbares Karamell gebildet hat, fertig. Kaffe aufstellen und den noch heißen Strudel essen.

Vegetarischer Ofenkürbis

Den Kürbis in große Würfel geschnitten auf dem Backblech verteilen. Knoblauch schälen und einige Zehen über den Kürbis geben, mehrere kleine Schalotten schälen und vierteln, einige Stängel Thymian, Lorbeer, scharfe Chilis. Die Chilis lasse ich immer ganz, dann geben sie ihre Schärfe ganz zart an das jeweilige Bratgut egal welcher Art ab. Bitte immer einen kleinen Schnitt in die Chili geben, so platzen sie nicht, das ist besonders beim frittieren wichtig, Verbrennungen sind sonst vorprogrammiert. Das ist aber eine andere Geschichte.

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Alles über das Gemüse geben, ich beträufle die Kürbisse noch mit Traubenkernöl. Olivenöl ist einfach zu stark im Geschmack. Eine Brise grobes Meersalz, das verbindet sich während des Bratprozesses mit dem Kürbis, schmelzend legt es sich drüber und fordert den ganzen Geschmack des Kürbisses heraus.

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Für 15 Minuten in den vorgeheizten Ofen bei 200 Grad backen, einen frischen Feldsalat mit Kartoffeldressing dazu. Lecker, Kalorienarm, voll Vegetarisch, Vegan. In 30 Minuten ein vollwertiges Essen, jetzt soll einer sagen ich habe keine Zeit zum kochen. Ausreden von Fertiggericht-Fetischisten werden ad absurdum geführt. Selber anbauen, selber essen, selber kochen.

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Der Agrarindustrie an’s Bein gepisst

Einfach machen mit Mut und Wille

Immer wieder beschäftigen sich Menschen im urbanen Umfeld mit Selbstversorgung, dies ist in ihren Augen legitim. Für viele ist das eine absolute Spinnerei, wie soll man sich auf wenigen Quadratmetern selbst versorgen, das reicht doch im leben nicht, sind noch die Mildesten Aussagen.
Aber sich Gedanken zu machen, über eine Versorgung, die uns von der Gesellschaft geradezu aufgezwungen wird, ist berechtigt. Abgesehen von all den Lebensmittelskandalen der nahen Vergangenheit, stimmt es einem traurig, dass es überhaupt noch Menschen gibt die sich mit dieser Thematik nicht ausführlich auseinandersetzen. Was sind das nur für Kleingeister die sich selbst durch solch, ja geradezu Lebensbedrohlichen Skandale nicht aus der Ruhe bringen lassen, nicht über die tägliche Ernährung nachdenken, weiterhin den eigenen Körper vergiften lassen, das Spiel der internationalen Lebensmittelmultis mitspielen, weiter Chemie, Zucker, Fett, gelinde gesagt Abhängigmachende Stoffe, die in unsere Nahrungsmittel regelrecht eingearbeitet werden, täglich kaufen und sich über die Dummen Ökos draußen im Land lustig machen. Selber klagen sie mit noch jungen Jahren über Schmerzen und Allergien im ganzen Körper und können sich überhaupt nicht vorstellen woher das denn kommen kann.

Immer wieder finde ich verschiedene Blogs im Internet, die sich mit dieser Problematik beschäftigen, sich Gedanken bezüglich einer gewissen Form der Selbstversorgung machen, denen möchte ich zurufen, macht weiter und lasst euch nicht von diesen nichtdenkenden, konsumorientierten, selbstzufriedenen, nichtwachen, werbungsabhängigen, unzufriedenen, Nachbar hat auch Leuten, – beeinflussen.

Manche von euch leben wirklich in Städten, versuchen auf weniger als 100m² an eine Selbstversorgung zu denken, denen spreche ich meinen Respekt aus.
Beruflich bedingt kann ich mir persönlich eine Selbstversorgung nur schwer vorstellen, möchte das aber im Ansatz versuchen. Seit mehreren Jahren versuche ich herauszufinden mit welchen Lebensmitteln ich denn Überleben könnte. In meinem Fall, immerhin steht eine kleine Familie dahinter, zeichnet sich ab, dass an eine absolute Selbstversorgung aller, nicht zu denken ist. Viele Lebensmittel müssen gerade in den kalten Monaten zugekauft werden. Bei vielen, die dies versucht haben, ist es sicherlich nicht anders. Hat jemand gerade im urbanen Umfeld andere Erfahrungen, würde ich mich freuen von ihm zu hören.
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Fleisch, das Thema Nummer eins – oder das Letzte vor dem Untergang

IMG_5469IMG_3574Nicht mal daran Denken

Viele Menschen essen gerne Fleisch. Aber wenn wir uns ansehen, was die Medien für Horrorgeschichten über die Fleischindustrie in eindrucksvollen Dokumentationen zum Besten geben, verderben sie jedem mündigen Bürger den Geschmack darauf. Mitleid und Abscheu ergreifen einen bei den Bildern, die uns zur besten Sendezeit präsentiert werden.

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Man schwört sich, kein Fleisch mehr zu essen, etwas gegen diese Ungerechtigkeit zu unternehmen. Was am Ende bleibt, ist eine Ohnmacht, die von den vielen anderen Alltagssorgen verdrängt wird und nur wieder zum Tragen kommt, wenn man im Geschäft vor der Fleischtheke steht und sich der schrecklichen Bilder erinnert. Sich in diesen Momenten auch fragt, wie diese Preise zustande kommen können und ganz genau die Antwort kennt. Die Bilder von misshandelten Tieren vor sich hat und dann bewusst auf Fleisch verzichtet.

Ein Besuch auf einem alternativen Bauernhof kann da Abhilfe schaffen. Tiere zu sehen, die sich sichtlich wohlfühlen und gesund sind, die spielen und ein artgerechtes Leben führen. Eine, wie ich meine, Romantik zu erleben, die man nur noch aus Büchern kennt. Ab dann spielt sich alles in unserem Kopf ab. Kaufe ich dieses Fleisch zu einem Preis, der mit dem allgemeinen Discountpreis nichts mehr zu tun hat? Gönne ich mir das einfach nur noch ein- bis zweimal die Woche und helfe so den Menschen, die sich die Zeit nehmen, ein solches Naturprodukt mit viel Liebe für das Tier und deren Nahrung zu erzeugen? Mein Gewissen spielt da eine nicht unwesentliche Rolle. Die Gesundheit für mich und meine Familie, die uns durch diese Nahrungsmittel widerfährt, wiegt alles andere auf. Wenn ich dann noch meine Einstellung, meine Freude, Gesundheit, das Fehlen von Allergien in meine nähere Umgebung trage und dadurch andere überzeuge, habe ich mehr getan als all die vielen Schwätzer, die nur an ihren Geldbeutel denken.

2012-09-02 16.05.28 Verständnis für Bedürfnisse

Jeder erinnert sich an das wunderbare Essen, welches er früher zu Hause bekommen hat. Leider nähern wir uns einem Bereich, an dem das gute Essen von früher, das schlechte von heute ist. Soweit darf es nicht kommen. Wenn sich keiner mehr an das Gute erinnert, wird das Schlechte als gut gefeiert, aber keiner denkt darüber nach. Das Wissen der vergangenen Generationen darf nicht aussterben. Es ist mehr als unsere Pflicht, das Selbige zu bewahren und zu praktizieren. Heutiger Wissensstand gepaart mit den Erfahrungen der Alten, intelligent angewendet, lässt uns die Zukunft in einem Licht freudiger Erwartung erscheinen, vor der keiner Angst zu haben braucht. Je mehr Menschen eine Richtung vorgeben, die in vielen Augen als zukunftsorientiert erscheint, desto einfacher der Weg bis zum erklärten Ziel. Durch Überzeugung geschaffene Mündigkeit kommt der Gesellschaft im Ganzen zu gute.

Geistiges, nicht kommerziell-industrielles Wachstum ist angesagt. Über welche Themen unterhalten sich die Menschen? Diese einfache Hippgesellschaft, neuestes Handy, neues Auto, neuer PC, immer im Trend der Zeit, schnell reagieren auf den neuesten Schmarrn.

IMG_2537Der Friese, Stolz und Kraft

Was ich nicht möchte, ist das Suggerieren eines Lebens, welches romantisch verklärt und dadurch auch einfach ist und sich so liest. Das genaue Gegenteil ist der Fall. So zu leben wie oben beschrieben, ist am Anfang sicherlich unsagbar schwieriger als das Leben, welches wir im Moment führen. Das fängt schon mit dem Denken an.

Denn jetzt muss eine ganz neue Einstellung gefunden werden. Das Schwierige ist dann aber die Umsetzung, die uns zu schaffen machen wird. Ganz zu schweigen von den ewigen Mahnern, die uns allen Ernstes erzählen möchten, dass wir uns nicht so ernähren und Technik nicht so einsetzen können, dass sie uns dienlich aber nicht umweltzerstörend benutzt wird. Soziales Zusammenleben nicht so organisiert werden kann, dass der Staat im eigentlichen Sinne nicht mehr gebraucht wird.

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