Archive | Oktober 2013

Die Geschichte von Heimdall & Mimirhof 1/2

Die Mitbewohner passen auf den ersten Blick gar nicht zusammen, scheinen in einer ganz anderen Welt zuhause zu sein. Sind das jetzt Übriggebliebene aus den Anfängen des vorigen Jahrhunderts oder Lebende einer noch nicht bestimmten Zukunft. Mehrgenerationenhaus, Früchteanbau auf Misch-wiesen, artgerechte Tierhaltung, Gemüseanbau, Brotbäckerei, Herstellen von Marmeladen, Einmachen von Gemüse, Sterilisieren von Früchten, selbst der
Rumtopf kommt wieder zu Ehren ‒ Mosterei, Kräuter-garten, Arzt, Handwerker, Physiotherapeut, behinderten-/altengerechte Wohnungen, alternative Energie, eine fast selbstständige Gemeinschaft, die zu leben versucht, um die Umwelt zu schonen und Humanität sowie soziales Zusammenleben zu leben und erleben. Vom Kindergarten in den beiden Projekten und betreutem Wohnen ganz abgesehen. Das ländliche Projekt versorgt die Menschen in der Stadt zum Großteil mit, ohne dass jemand Mangelerschei-nungen hat.
Das Tolle aber ist, müssen muss niemand, aber in der Gemeinschaft geht nun einmal alles besser, wie wir an diesem Beispiel eindrucksvoll vermittelt bekommen. Was mich aber am meisten fasziniert, ist die Art, nein das Zelebrieren der Mahlzeiten. Die Selbstverpflichtung von nur einmaligem Essen von Tierischem in der Woche war eine große Überraschung für mich, da doch alles auf freiwilliger Basis beruht. Die vielen Gespräche mit den Bewohnern überzeugten mich aber von der Idee und dem Willen des Umsetzens ganz und gar. Sicherlich steht das Projekt noch ganz am Anfang, nicht alles ist perfekt, es zeigt uns aber, dass es Menschen in unserer Gesellschaft gibt, die uns trotz aller materialistischer und kommerzieller Versuchungen vorleben, dass man in dieser Welt gut und mit allem Komfort leben kann und doch gleichzeitig etwas für den Erhalt der Umwelt tut und dadurch soziale Kompetenz im Zusammenleben in Verbindung

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Grundsätzlich – Vegetarisch polarisiert

Reicht ein Veggitag oder müssen wir noch viel weiter gehen um in unserer Gesellschaft etwas zu ändern.
Die Grünen haben uns wieder einmal angestoßen, der Bürger diskutiert. Natürlich möchte sich niemand vorschreiben lassen was er wann, wo, wie Essen soll. Seien wir einmal ehrlich zu uns selbst, dann erleben wir täglich eine nicht verebbende Diskussion über zu wenig, zu schlechtes, zu fettes, zu süßes, zu viel, zu ungesund, zu unausgewogenes Essen. Die Einen möchten abnehmen, die Anderen gesund werden oder bleiben, die Welt retten, Nachhaltig sein, Regionalpolitik vertreten, aber allen ist doch eins gemeinsam sie möchten gute und gesunde Lebensmittel zu sich nehmen.
Die Frage die sich stellt, kann man dies ohne eine allgemein gültige Regelung erreichen? Kennt man die Menschen, dann ist die spontane Antwort nein. Wie soll man also auf freiwilliger Basis eine Reform der Nahrungsaufnahme erreichen, bei der ein Ergebnis für alle Beteiligten entsprechend ihrer verschiedensten Wünsche erreicht wird.
Je einfacher ein System desto besser seine Ergebnisse. Kann das die Lösung sein?

Staatlich vorgeschriebener vegetarischer Tag.
Staatlich vorgeschriebener Fastentag, Geschäfte geschlossen.
Staatlich vorgeschriebener Frucht-tag, saisonal abgestimmt, regionales Obst.

Die Produktion für unsere Nahrung könnte dann dementsprechend umgestellt werden. Da in diesem Fall an 3 Tagen kein Fleischkonsum möglich wäre, ist eine humanere Viehmast möglich. Mastbetriebe in der jetzigen Form gehören der Vergangenheit an, ein essen von Fleisch würde uns kein schlechtes Gewissen bereiten.

Abschaffung von Normgrößen bei Gemüsen und Früchten. Obstbäume statt Platanen, frei zugänglich für die Bürger. Sicherstellung einer großen Artenvielfalt. Einbinden der Bürger in Pflege und Ernte. Andererseits kommt das in diesem speziellen Fall, bei Abgabe ohne monetären Gedanken gar nicht zum tragen.

Das Soziale zusammenleben stellt sich einer neuen Herausforderung.

Wenn die Gesundheit um eine Prozentsatz x ansteigt, ergo Gesundheitskosten eingespart und Steuern gesenkt werden können.

Ein Preis für Lebensmittel bezahlt wird den sie auch wirklich wert sind.

Energieersparnis in nicht unbeträchtlichem Umfang

Wenn sich anfänglich Kommunen als Pilotprojekt zur Verfügung stellen, um zu veranschaulichen, dass dies möglich ist.

Lassen wir eine solche Gemeinschaft ohne viel Bürokratismus (gründen) entstehen.

Die Geschichte von Heimdall & Mimirhof 1/1

Wie ein Wunder erscheint uns dieser kleine Ort Heimdall am Rande eines großen deutschen Industrie-gebiets, das mit seinen doch 256 Einwohnern eine Form des Zusammenlebens gefunden hat, bei der man zurecht behaupten kann, hier wurde alles richtig gemacht. Bei näherem Hinschauen erscheint es geradezu utopisch.
Nicht anders ergeht es uns im Mimirhof, einem ehemaligen Industriebau mitten in der Stadt, aufwendig begrünt, nach modernsten Umwelt-anforderungen ausgebaut. Heimstätte von immerhin 587 Menschen. Zusammen macht das genau 843 Einwohner und ist ein gewaltiges Projekt, wenn man bedenkt, dass es reine Selbstverwaltung ist, Selbstkontrolle der sich gegebenen Versprechen. Jeder Erwachsene bezahlte eine Summe von 50.000,00 € ein, erhält dafür eine Wohnung/Wohnrecht bis zum Tod inkl. Betreuung im Alter.
Für die Wohnungen zahlt man monatlich 2,50 € pro Quadratmeter an Strom, Wasser, Heizung und 150,00 € pro Person an Sozialkosten. Macht bei einem vier Personenhaushalt 850 € inkl. Kinder-betreuung. Alle
selbst hergestellten Lebensmittel außer tierischen Produkten, verschiedene Sirups, Apfelsaft und Most sind darin enthalten. In Heimdall gibt es 20 feste Mitarbeiter, die in der Produktion, im Hofladen und Verkauf arbeiten. Ein Team von fünf Mitarbeitern, die für die Instandhaltung zuständig sind. Drei Altenpfleger, ein Physiotherapeut sowie ein Landarzt mit seiner Praxis. Im Mimirhof eine Metzgerei, eine Bäckerei und einen Gemüsehandel mit je zwei Mitarbeitern und wieder fünf Mitarbeiter für die Instandhaltung, wobei eine kleine Autowerkstatt angeschlossen ist. Drei Altenpfleger für die Betreuung der Mitbewohner. Im Mimirhof sind noch zusätzlich 1.500 Quadratmeter Gewerbefläche vermietet.

Hinterm Gut Richtung Osten

Hinterm Gut Richtung Osten

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