CSA (Community Supported Agriculture)

Wenn wir über Essen sprechen, müssen wir unweigerlich die Industrie mit einbeziehen. Die Diskussionen im Fernsehen und in den Printmedien geben uns einen gewissen Aufschluss, beruhigen können sie den mündigen Bürger aber nicht.

Jeder, der sich um die Produktion und den Verkauf, sprich Preis, Gedanken macht, kann mit der Gesamtsituation nicht zufrieden sein. Immer wieder wird von Seiten der Großproduzenten und den von ihnen bezahlten Lobbyisten behauptet, wir können uns in keinem Fall von regionaler bzw. nachhaltig biologisch erzeugten Lebensmitteln ernähren. Natürlich müssen sie so reden, denn sie wollen verkaufen und uns alle klein halten. Alles, was wir zu Hause anbauen oder der Bauer um die Ecke anbaut, schmälert den Gewinn.

Das Umstellen der Ernährung von einem Großteil der Bevölkerung hat einen riesigen Einfluss auf so manche Branche der Lebensmittelindustrie. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir verhungern müssen. Natürlich ist das nicht von heute auf morgen zu bewältigen. Man muss aber noch intensiver als schon heute in den Diskurs gehen. Machen ist angesagt. Jeder, der im Moment die finanziellen Mittel hat, sollte mitmachen. Keiner sagt, dass man eine Umstellung zum Nulltarif bekommen kann. Je weiter die Bewegung fortschreitet, desto geringer wird im Endeffekt der Preis.

Landwirtschaftliche Wirtschaftsgemeinschaften (CSA – Community Supported Agriculture) sind in einigen Ländern schon sehr erfolgreich. Auch in Deutschland gibt es viele brauchbare, erfolgversprechende Ansätze für diese Form der Versorgung. Besonders in den großen Ballungszentren spricht vieles für eine derartige Form zur adäquaten Versorgung großer Bevölkerungsschichten. Wie viele Beispiele zeigen, kann dadurch durchaus für kleines Geld eine gute bis hervorragende Lebensmittelqualität auf den Markt gebracht werden. Der Landwirt weiß wieder, für wen er produziert, hat durch Planungssicherheit ein geregeltes Einkommen, sozialen Kontakt mit seinen Kunden und ist unabhängig von Preisschwankungen auf dem Agrarmarkt. Je mehr Landwirte für dieses Programm begeistert werden können, desto einfacher wird die Grundernährung mit regionalen Lebensmitteln und Fleisch für einen Großteil von uns. Die andauernde Diskussion über die Ökobilanz unserer Lebensmittel wird im Sand verlaufen. Wir können uns wieder auf die wirklich wichtigen Dinge konsentrieren.

Sicherlich brauchen wir weiterhin den Discounter um die Ecke, denn nicht alles kann über dieses System erwirtschaftet werden. Es wird immer Menschen geben, die exotische Früchte, Fleisch vom Krokodil, Reis, Bananen, Olivenöl kaufen möchten, und das ist auch gut so. Viele Gerichte brauchen einfach bestimmte Zutaten, die bei uns nicht wachsen, auf die wir aber nicht verzichten möchten und auch nicht sollen. Fanatismus hat noch nie zu wirklich guten Dingen geführt. Es muss einfach im Konsens mit der heutigen Gesellschaft ein Mittel gefunden werden, das für Mensch, Natur und Tier gleichermaßen befriedigend und erfüllend ist.

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